Ich merke schon seit einiger Zeit, dass mich Collagen auf eine ganz eigene Weise anziehen. Gerade diese Mischung aus Fragmenten, Brüchen und neuen Verbindungen löst bei mir oft mehr aus als ein ganz klares, geschlossenes Bild. Gleichzeitig bin ich unsicher, ob mich das nur kurzfristig fasziniert, weil es ungewöhnlich wirkt, oder ob so ein Werk mich auch auf Dauer begleiten kann. Ich habe das Gefühl, dass Collagen oft mehr Interpretationsspielraum lassen und dadurch persönlicher auf mich wirken. Andererseits frage ich mich, ob mir genau diese Offenheit irgendwann zu viel wird, weil ich gern auch etwas Greifbares an der Wand habe. Bisher habe ich eher Kunst gewählt, die ich sofort einordnen konnte, und genau deshalb fühlt sich dieser Gedanke für mich neu an. Trotzdem reizt mich diese Vielschichtigkeit gerade sehr und ich frage mich, ob das vielleicht besser zu mir passt, als ich bislang dachte.
Ich frage mich, ob eine Kunst-Collage im Alltag wirklich lange spannend bleibt oder ob mich diese fragmentierte Wirkung irgendwann eher unruhig macht. Mich spricht gerade dieses Zusammenspiel aus Bekanntem und Neuem total an, aber ich bin unsicher, ob das in der eigenen Wohnung dauerhaft funktioniert. Hat jemand von euch selbst Collage-Kunst zuhause und gemerkt, dass die Wirkung mit der Zeit eher stärker oder schwächer wird?